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Der Gipfel der sozialen Ungerechtigkeit: Intensive sozialpädagogische Einzelbetreuung

Ich fordere hiermit die Abschaffung der Intensiven Sozialpädagogischen Einzelbetreuung (ISE)! Diese gesteht u. a. straffällig gewordenen Jugendlichen, die sich sämtlichen sonstigen Resozialisierungmassnahmen verweigern, eine eigene Wohnung nebst einer 24-stündigen 1:1-Betreuung - in einigen Fällen gar nach Wunsch – zu.


Begründung:


Die ISE stellt eine große soziale Ungerechtigkeit - insbesondere den Pflegebedürftigen und den Bewohnern von Internaten gegenüber - dar! Aufgrund des Pflegenotstands stehen Betroffene meist vor schwierigen Problemen. Egal, ob aufgrund von Behinderung oder Alter; sie müssen nicht selten um ihr selbstbestimmtes Leben fürchten. Allein die Eingruppierung in eine eventuelle Pflegestufe erfordert gigantische bürokratische Hürden (z. B. Begründung des Bedarfs jeglicher Minute) um; ein positiver Bescheid geht gar mit der Beschneidung der informellen Selbstbestimmung (Dokumentationspflicht) einher.

Bewohner von Internaten sind meistens unverschuldeten Gründen - Körperbehinderung oder besonderes Talent (s. Regensburger Domspatzen) dort gelandet. Dennoch wird von Ihnen im Alter von zwölf oder noch jüngeren Jahren wie selbstverständlich erwartet, dass sie sich in eine Gruppe von Bewohnern zurechtfinden und sich dort sozial angemessen verhalten. Ferner müssen sie mit einstweilen häufig wechselnden und nur temporär zur Verfügung stehenden Bezugspersonen zurecht kommen, deren Aufmerksamkeit sie zudem mit mindestens zehn anderen Gleichaltrigen teilen müssen.

Für beide obigen Gruppe ist es ein Schlag ins Gesicht, wenn ausgerechnet ein straffälliger Jugendlicher, der die zur ISE führenden Situation mehr oder weniger selbst herbeigeführt hat, eine derartig hochgradige Zuwendung bekommt, nur weil er sich angemessenen Hilfsangeboten verweigert!

Ferner ist zu bedenken, dass aus sozialpädagogischer Sicht eine 1:1-Betreuung eher suboptimal ist, da aufgrund einer zu engen Beziehung zwischen Erzieher und Jugendlichen die Objektivität verloren zu gehen droht. Auch besteht die Gefahr, dass der betroffene Jugendliche in das berühmte "Schwarze Loch" fällt, wenn die betreuende Person von einem Tag auf den anderen vollends aus seinem Leben verschwindet!

1 Kommentar 15.6.16 17:22, kommentieren

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Einigung beim Bundesteilhabegesetz: Wirklich ein Segen für Alle?

Die Beteiligten sprechen vom großen Durchbruch: Anfang Juni einigte sich der Koalitionsausschuss der Bundesregierung auf ihre Vorgehensweise bei der -umsetzung des Bundesteilhabegesetzes geeinigt. Karl Schwiewerling (Sozialpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion) und Uwe Schummer (Bundesbeauftragter für Menschen mit Behinderung) erläuterten unlängst die wichtigsten Beschlüsse:

Personen, die nur bis zu 30.000 € im Jahr verdienen werden von der Zuzahlungspflicht befreit.
Bei höheren Einkommen werden höchstens 2 % des Monatseinkommens angerechnet.
Der unangetastete Freibetrag wird 2600 auf 25.000, später auf 30.000 € angehoben.
Das Vermögen des Ehe- und Lebenspartners spielt keine Rolle mehr und bleibt fortan unangetastet.
Durch das sogenannte „neue Budget für Arbeit“, bei welchem „Minderleistungen“ von Menschen mit Behinderung künftig durch finanzielle Aufwendungen an den Arbeit begegnet werden, soll vor allem Betroffenen mit psychischen Problemen der Weg in dem ersten Arbeitsmarkt geebnet werden.
Eltern mit Behinderungen können für die Erziehung ihrer Kinder Eingliederungshilfe beantragen.
Kommunen wird ab dem Jahr 2018 eine jährliche Entlastung von 5 Milliarden € verheißen.

Sollte der Bundesrat zustimmen, könnte das Gesetz am 01.01.2017 in Kraft treten.

Im World Wide Web stießen die Verlautbarungen größtenteils auf Kritik. Es wird befürchtet, dass z. B. Angestellte einer Werkstatt für Behinderung oder gar nicht Arbeitsfähige künftig von sämtlichen Inklusionsmaßnahmen ausgeschlossen würden. Es erhalte nämlich der oder die Hilfe und Unterstützung, welche(r) mindestens in 5 von 9 definierten Lebensbereichen Einschränkungen unterliegt.

Auch Sigrid Arnade, Geschäftsführerin der ISL, zeigt sich aus obigen Gründen wenig optimistisch. Auch werde durch die bevorzugte Stellung der Hilfe zur Pflege gegenüber der Eingliederungshilfe letztere im Endeffekt reduziert, was einer Förderung stationärer Wohnformen gleichkäme. Das selbstbestimmte Leben würde somit mehr und mehr zurückgedrängt. Sie persönliche hoffe, dass dieser NICHT den Zielen der UN-Resolution entsprechende Entwurf keine beschlussfähige Mehrheit fände.

1 Kommentar 7.6.16 19:07, kommentieren